Es stapeln sich die Küchenutensilien zur Aufbewahrung, Schachteln mit Deckel, verschließbar, stapelbar, praktisch. Nützlich, zweckhaft, plausibel und hilfreich, die einzelne Dose mit der passenden Haube. Sie sind so konzipiert, dass man sie wie Kinderbauklötze ineinanderstecken kann. Matrjoschka.

 

 

Anders jedoch sieht es mit den Deckeln aus. Obwohl auch sie der Logik der Größenordnung folgen, bieten sich die Deckel gegenseitig keinen Halt, sodass sie rutschen, sich verschieben, instabil aufeinanderliegen und schnell jede Disziplin verlieren.

 

 

Dazwischen dann überraschend anderes Material, das andere Farben und Formen und andere Zweckhaftigkeiten ist Spiel bringt: Knöpfe, Spaghetti-Nudeln, Filzstücke, Tischtennisbällchen oder kleine Tomaten. Sie passen nicht in das Konzept von Ordnung. Sie folgen keinem System und bleiben irritierende Einzelstücke.

 

   

Zusammen bringen sie Leben in das Gestapelte und machen aus dem uninspirierten Haufen eine fast lebendige Kreatur. Figuren werden erkennbar mit Kopf und Armen, mit Statur und Haltung. Immer noch Dosen und Deckel aber es drängt sich eine wiedererkennbare Physiognomie in den Vordergrund, die von einer kuriosen, vielleicht grotesken Realität berichtet. Vom Charm der Collage, des schönen Zufalls, der liebenswerten Unordnung, jenseits der konzeptionellen Zweckhaftigkeiten und des täglichen Spülbergs.