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Die Idee ist eigentlich einfach: Schrottpakete, Schrottwürfel, gepresstes Material: Eisen, Stahl, Blech, Aluminium, aber auch Pappe, Stoff, Plastik. Das könnte ein gutes Bildmotiv sein. Aber wo wird das erzeugt? Wer presst das Material für die weitere Verarbeitung? Über 20 Firmen in der Region habe ich deshalb angeschrieben, um Auskunft und eventuell um Fotografier-Genehmigung gebeten. Aber die Rückmeldungen waren enttäuschend. Gerade die großen Unternehmen lehnten ab – aus welchen Gründen auch immer. Die kleineren zeigen Interesse, aber haben oft kein gepresstes Material.

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Dennoch gibt es auch nette Kontakte, überraschende Wendungen und freundliche, aufgeschlossene Einladungen. So bei einem großen Recycling-Unternehmen in Krefeld. Und deshalb fuhr ich an einem sonnigen, aber arg-kalten Januar-Tag auf den Platz, wurde überaus herzlich und interessiert empfangen und über den Platz geführt. Und was ich da sah, war absolut begeisternd.

Ein Rohstoff-Palast!

Riesig groß (60 Mitarbeiter) und sehr differenziert: unterschiedliche Metallsorten, -größen, -farben und -formen. Ein sehr professioneller, effizienter Platz und weit, meilenweit entfernt vom klassischen “Schrottplatz”. Hier wird eine mir völlig neue Art der Rohstoff-gewinnung höchst organisiert und rationell praktiziert. Dennoch hat der Platz eine ungeheure Ausstrahlung und Atmosphäre. Besonders an dem Tag meines Besuches. Ein kalter, aber sonniger Wintertag mit warmem Licht. Das kam dem, was ich zur Zeit suche, schon sehr entgegen. Farbe, Gewalten, Kräfte, aber auch bunte, flächige Strukturen am Rande der Wertlosigkeit. Sehr sehr toll. Ich werde den Platz bei anderem Licht erneut besuchen und die besten Ergebnisse in einem kleinen Buch zusammenstellen.

Wenige konkrete Formen, alles verliert Kontur, fließt weg, implodiert, kriecht in sich zurück. Nicht mehr zu erkennen, wo es herkommt und wohin es sich entwickelt.  Es löst sich auf und geht zu Ende.

Die Zeit zwischen den Jahren. Mit Mengen von Regen, Dauerregen. Niedrigen Wolken, Nebel, diesig.

Schmuddelwetter ist schön dagegen. Zeit für Depression, Tristesse. Ohne Antrieb, keine Lust, keine Inspiration, keine Idee, wie es weitergehen könnte.

Bestes Fotowetter. Zur Kamera greifen und los. Raus. Entsprechendes suchen, analoges finden. Auf dem Schrottplatz. Mein beliebtester Pausen-Raum. Hier finde ich immer was.

Kaum bin ich da, stellt sich Enttäuschung ein: der Platz ist leer. Alle Wracks sind abgeräumt. Kein gepresstes Vehikel in der Ecke. Die Rad- Lader parkten, die Müllcontainer sind voll. Kaum einer arbeitet. Kein Schrauber beim Ausschlachten. Wer sich blicken lässt ist auch schnell wieder verschwunden.

Auf den Rückweg entdecke ich das ausgebrannte Wrack mit den Farben des Tages und den Formen, die der Stimmung entsprechen. Auf meinem Schrottplatz gibt es immer was zu finden.

Für das Frühjahr suche ich eine Weiterentwicklung dieser Schrottmotive. Daher schreibe ich in diesen Tagen bereits diverse Schrott-Großhändler und  -Verwerter in der Region an, um eine Fotogenehmigung zu erhalten. Das Ergebnis ist nicht sehr aufbauend: Bisher gab es nur Absagen. Nette Briefe, freundliche Reaktion auf meine schriftliche Anfrage; aber negative Antwort: Eine Fotogenehmigung ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich…

Warum eigentlich nicht?

    

Ich dachte, das Thema ist durch. Mit “Straßenfotos” habe ich abgeschlossen und mache seit fast zwei Jahren keine Bilder für diese Werkgruppe mehr. Zu sehr haben sich die Motive gedoppelt, die Sichtweise nicht erweitert, verändert oder weiterentwickelt. Es kam kein neuer Aspekt mehr dazu. Das Thema ist ausgereizt und was ich zeigen wollte, ist inzwischen mehr als deutlich geworden. Es gibt neue Themen, die mindestens so interessant sind.

Und dennoch…

… gibt es zwischendurch wieder solche Details, wie dieses, das ich in den letzten Wintertagen in Köln gesehen habe. Und überhaupt: Köln ist eine üppige Fundgrube für derlei Straßenmalereien. Besonders im Winter, wenn es matschig wird. Ich liebe es, nach Köln zu fahren und durch Zufall, fast beiläufig, auf diese Prächtigkeiten zu stossen. Und dann gibt es doch wieder eine kleine Fortsetzung der Bilderserie “Zu Fuss”.

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Die Gruppenausstellung „Mit meinem Auge“ im Atelierhaus „Alte Schule“ in Essen-Steele ist nun leider vorbei. Am 21.11. schlossen sich die Türen. Schade, denn es war eine sehr interessante Präsentation mit Bildern von 8 Fotografen des Ruhrgebiets: Ulrike Harbach, Thomas Bocian, Peter Liedtke, Manfred Vollmer, Georg Schreiber, Dieter Kunst und Michael Krämer.

Ich präsentierte 7 großformatige Bilder aus der Werkgruppe „Wandfarben“. Es war eine interessante und spannende Erfahrung, erstmalig und speziell für diese Räume dieses Großformat (1,20 m x 1,80m) zu wählen. Wie ein guter Rotwein, der Platz, Zeit und Luft braucht, um seinen Geschmack voll entfalten zu können, so brauchen auch die Bilder dieser Werkgruppe ein großes Präsentationsformat, um die volle Pracht entwickeln zu können,

Die Bilder wirkten auf den Wänden sehr beeindruckend und faszinierend. Die Farben, die abgebildeten Strukturen, Kratzer und Materialbeschaffenheiten wirkten sehr plastisch und dynamisch. Für viele Betrachter war es nahezu überraschend zu erfahren, daß es sich bei den Bildern nicht um Gemälde handelte.

Aber nun ist die Ausstellung vorbei und die Kollegen haben ihre Arbeiten schon abgeholt. Heute war ich an der Reihe: Bilder abhängen, einpacken und transportbereit machen. Nicht ohne ein wenig Melancholie, denn diese Ausstellung war für mich eine sehr erfahrungsreiche Zeit und eine intensive Auseinandersetzung mit den Thema „fotografische Positionen“ und den Arbeiten der Kollegen.

Mein Dank gilt Dieter Kunst, der mit unbeschreiblichem Engagement diese Ausstellung konzipiert und organisiert hat; und der Steeler Bürgerschaft und Eddy Schreyer, die für die finanzielle Unterstützung gesorgt haben.

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Während des großen Flugfestes (12.10.2012) zum Abschluß des Drachenkunst-Projektes von Akki auf der Oberkasseler Rheinwiese habe ich durch Zufall dieses Motiv entdeckt, das sich nahezu nahtlos einreihen läßt in die bereits vorhandene Sammlung abstrakter Farbflächen und malerischen Strukturen. Die Gegenstände werden unwichtig, Flächen und Farbräume rücken in den Vordergrund. Die Proportionen lösen sich auf. Der Bildraum bleibt flächig. Alles bleibt auf gleicher Ebene. Nur die Fraben eröffnen Räume.

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Mit meinem Auge

„Mit meinem Auge“ ist der Name der Gruppen-Ausstellung, auf die ich mich zur Zeit intensiv vorbereite. Zusammen mit bekannten Fotografen wie Peter Liedtke, Manfred Vollmer, Ulrike Harbach, Michael Krämer, Dieter Kunst, Georg Schreiber und Thomas Bocian stelle ich ab 19.Oktober bis zum 21.November im Atelierhaus Alte Schule, Essen-Steele, aus. Ich werde sieben großformatige Bilder aus der Serie „Wandfarben“ zeigen. Jedes Bild hat das Format 120 x 180 cm. Alle zusammen werden aber hoffentlich nicht nur wegen der Größe einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Dieter Kunst hat die Ausstellung mit einem sehr beeindruckenden Engagement organisiert. Eröffnet wird sie am Freitag, 19.Oktober um 19.00 Uhr mit einer kleinen Einführung von Dr. Johannes auf der Lake, Kurator des Kunstvereins „Malkasten“ in Düsseldorf.

Einladungskarte Mit meinem Auge

19.10. – 21.11.2012

Atelierhaus Alte Schule, Äbtissinsteig 6, Essen Steele,

Öffnungszeiten: Mi & Fr 16.00 – 19.00 Uhr, Sa & So: 15.00 – 18.00 Uhr.

Ich hab in der Galerie eine neue Werkgruppe eingestellt.

Sie zeigt verblüffend fotogene, malerische Strukturen im fließenden Übergang vom konkreten zum abstrakten, vom fotografischen zum malerischen, vom absichtlichen zum zufälligen Fundstück.

Wo? Tordurchfahrten, Garagenwände, Abbruch- und Sanierungsobjekten, Brandmauern, freistehendes Mauerwerk, ehemalige Fußböden, Außenwände, unbefestigte Bodenflächen und Mauersockel.

Was? Kratzer, Schrammen, Flecken, Feuchtigkeit und Wasserstellen in der Wand, Ablagerungen und Restmaterial, Moosbewuchs, Farbspuren, Verfärbungen und Putzabplatzungen, Verwitterungen.

Die Bilder zeigen Details, die überall auftreten, wo Verwitterung und Nutzung passieren, wo Arbeits- und Gebrauchsspuren auftreten, wo der Zahn der Zeit nagt. Die Details sind meist ohne Proportion und Maßstab und können deshalb ein Eigenleben entwickeln, das alltäglich existiert und unbeachtet bleibt.

Schmutziges Waschbecken vor kaputter Tapete

Ich hab in folgende Werkgruppen neue Bilder importiert:

Arbeitsplatz 18

3 x Schläuche; 3 x Fundort Stadt; 2 x Arbeitsplätze; 8 x Schnürungen

Zu Fuß “ist eine kleine Auswahl von Straßenfotos“, die in den letzten Jahren entstanden sind. Die Werkgruppe ist als Buch im Selbstverlag, aber auch als App für ipad und iphone veröffentlicht worden.

Unter https://itunes.apple.com/de/app/id434814232?mt=8 kann man das Fotobuch fürs Handy downloaden (0,79 €)

Eine Auswahl dieser Straßenfotos ließ sich auch als „echte“ Bilder besichtigen in der Präsentation meiner Bilder:

Einladungskarte Zu Fuss

5.11. – 3.12.2011

Aktionsraum „ohne Titel“
Behrenstr. 10
40233 Düsseldorf – Flingern

weitere Infos unter www.vantreeckweb.de